Zielgruppe
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdienstes sowie kommunaler Ordnungsdienste, die im Außendienst tätig sind und in ihrer täglichen Arbeit mit straf- und ordnungsrechtlich relevanten Sachverhalten in Berührung kommen.
Seminarziel
Der Gemeindevollzugsdienst bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Gefahrenabwehr, Ordnungswidrigkeiten und dem Strafrecht. Häufig ist im konkreten Einsatz schnell zu beurteilen, welche Befugnisse bestehen, wo die eigene Zuständigkeit endet und wann die Polizei hinzuzuziehen ist. Das Seminar vermittelt praxisnah die Grundzüge des Strafverfahrensrechts und schult die Teilnehmenden darin, ihre rechtlichen Handlungsmöglichkeiten und Grenzen im Außendienst sicher einzuschätzen – rechtssicher für die Kommune und rechtssicher für die eigene Person.
Ein zentrales Ziel des Seminars ist es, die Zusammenarbeit zwischen GVD und Polizei im strafprozessualen Bereich zu verbessern: durch klare Zuständigkeitsabgrenzung und professionelles Übergabemanagement.
Inhalte
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Abgrenzung von Straftat, Ordnungswidrigkeit und GefahrenabwehrWarum die Einordnung über die eigenen Befugnisse entscheidet.
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Grundzüge des StrafverfahrensAblauf, Beteiligte und die Rolle des Gemeindevollzugsdienstes als Zeuge bzw. erster Sachbearbeiter vor Ort.
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Das Jedermann-Festnahmerecht nach § 127 Abs. 1 StPOVoraussetzungen, Reichweite und Risiken in der Praxis.
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Personalien- und Identitätsfeststellung nach § 163b StPOUnterscheidung zwischen Verdächtigen (Abs. 1) und Nichtverdächtigen (Abs. 2), zulässige Maßnahmen und der Umgang mit unkooperativen Personen.
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Der Zeuge im StrafverfahrenErscheinens- und Wahrheitspflicht, Ablauf einer Vernehmung und die eigene Rolle als dienstlicher Zeuge vor Gericht.
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AussageverweigerungsrechteZeugnisverweigerungsrecht aus persönlichen Gründen (§ 52 StPO), berufliche Verweigerungsrechte (§ 53 StPO) und das Auskunftsverweigerungsrecht zur Selbstbelastung (§ 55 StPO) – wer schweigen darf und welche Folgen das für die eigene Sachbearbeitung hat.
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Durchsuchung von PersonenAbgrenzung der Durchsuchung beim Verdächtigen (§ 102 StPO) und beim Unverdächtigen (§ 103 StPO) – Voraussetzungen, Anordnungsbefugnis und Reichweite.
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Der RichtervorbehaltWann eine richterliche Anordnung erforderlich ist, die Bedeutung von „Gefahr im Verzug" und die Folgen fehlerhafter Anordnungen für die Verwertbarkeit.
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Zufallsfunde nach § 108 StPOWas gilt, wenn bei einer Maßnahme Gegenstände gefunden werden, die auf eine andere Straftat hindeuten.
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Eigene Befugnisse im Verhältnis zur richterlichen und staatsanwaltschaftlichen AnordnungWas vor Ort zulässig ist und wo die Grenze liegt.
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Sicherstellung und Beweissicherung am EreignisortBis zum Eintreffen der Polizei.
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Antreffen auf frischer TatRichtiges Verhalten, Eigensicherung und Dokumentation.
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Anzeigepflicht und AnzeigerechtWann muss, wann darf gehandelt werden.
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Zusammenarbeit und Schnittstellen mit der PolizeiInformationsweitergabe, Amtshilfe und Übergabemanagement.
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Beweiswert der eigenen WahrnehmungGerichtsverwertbare Dokumentation und Aussage als Zeuge.
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Vollständiges Themenmodul Strafprozessrecht – alle Inhalte wie oben beschrieben, praxisnah mit Fallbeispielen und ausreichend Zeit für Fragen.
Schwerpunkt: Erste Maßnahmen am Einsatzort bei Straftatverdacht
- Straftat erkennen – Abgrenzung Ordnungswidrigkeit vs. Straftat
- Vorläufige Festnahme (§ 127 StPO): Voraussetzungen und Grenzen
- Sicherung von Beweismitteln und Tatortschutz
- Übergabe an die Polizei: Dokumentation und Pflichten des GVD
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